Fahrzeugübergabe beim Privatverkauf: Ablauf und Checkliste
Die Übergabe dauert selten länger als eine halbe Stunde. In dieser Zeit wechseln Fahrzeug, Geld, Papiere und Schlüssel den Besitzer. Mit einer festen Reihenfolge vergisst keine Seite etwas.
Vor dem Termin
- Verkäufer: Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II, den Bericht der letzten Hauptuntersuchung, Serviceheft, alle Schlüssel und Zubehör bereitlegen. Persönliche Dinge aus dem Fahrzeug nehmen, Navigationsziele und gekoppelte Telefone löschen.
- Käufer: Ausweis mitbringen. Für die Ummeldung brauchen Sie einen Versicherungsnachweis (eVB-Nummer) Ihrer Versicherung. Klären Sie vorher, wie Sie zahlen.
- Beide: den Vertrag vorab ausfüllen, soweit die Angaben feststehen. Kilometerstand, Uhrzeit und Unterschriften kommen bei der Übergabe dazu. Der Entwurf bleibt im Browser erhalten, solange der Tab offen ist.
Am Fahrzeug
- Ausweise vergleichen. Stimmen die Namen im Vertrag mit den Ausweisen überein? Stimmt der Name des Verkäufers mit dem Halter in der Zulassungsbescheinigung? Wenn nicht, fragen Sie nach einer Vollmacht des Eigentümers.
- FIN vergleichen. Die Fahrzeug-Identifizierungsnummer steht in beiden Teilen der Zulassungsbescheinigung und am Fahrzeug. Alle drei müssen gleich sein.
- Kilometerstand ablesen und in den Vertrag eintragen.
- Zustand festhalten. Bekannte Unfallschäden und Mängel gehören in den Vertrag. Was dort steht, kann später niemand bestreiten.
- Zahlen. Bei Barzahlung zählen beide das Geld. Der Verkäufer bestätigt den Empfang mit seiner Unterschrift unter dem Vertrag. Bei Überweisung wird das Fahrzeug nach dem Vertrag erst übergeben, wenn der Betrag auf dem Konto ist.
- Unterschreiben. Beide unterschreiben beide Ausfertigungen und die Mitteilung an die Zulassungsbehörde, auf dem Display oder nach dem Ausdruck mit dem Stift.
- Papiere und Schlüssel übergeben und im Vertrag ankreuzen.
Was der Käufer erhält
| Dokument oder Gegenstand | Wofür es gebraucht wird |
|---|---|
| Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) | Ummeldung; ist während der Fahrt mitzuführen |
| Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) | Ummeldung; wird auf den neuen Halter umgeschrieben |
| Bericht der letzten Hauptuntersuchung | Nachweis der gültigen Hauptuntersuchung |
| Serviceheft | Beleg für Wartungen |
| Bedienungsanleitung | Bedienung des Fahrzeugs |
| Schlüssel, mit Anzahl | Alle vorhandenen Schlüssel, auch Ersatz- und Werkstattschlüssel |
| Zubehör | Zum Beispiel Winterräder, Dachträger, Ladekabel |
Nach dem Termin
- Verkäufer: den Verkauf der Zulassungsbehörde und der Versicherung mitteilen. Die Vordrucke hängen am PDF an. Einzelheiten unter Verkauf melden.
- Käufer: das Fahrzeug unverzüglich ummelden. Bis dahin fährt es mit dem Kennzeichen und der Versicherung des Verkäufers.
- Beide: die eigene Ausfertigung aufbewahren, mindestens bis mögliche Ansprüche verjährt sind.
Sicher zahlen
Bargeld übergeben Sie am besten an einem Ort, an dem beide sich sicher fühlen, etwa in einer Bankfiliale. Eine Überweisung ist erst erledigt, wenn sie auf dem Konto des Verkäufers angekommen ist. Eine Bildschirmanzeige des Käufers ist kein Zahlungseingang. Schecks und Zahlungen über Dritte sind bei Privatverkäufen ein bekanntes Betrugsmuster. Vorsicht ist auch geboten, wenn jemand das Fahrzeug ungesehen kaufen und abholen lassen will.
Grenzen dieser Checkliste
Die Liste beschreibt den üblichen Ablauf zwischen zwei Privatleuten in Deutschland. Bei finanzierten Fahrzeugen liegt die Zulassungsbescheinigung Teil II oft bei der Bank. Dann muss zuerst die Ablösung geklärt werden. Für Exporte, Verkäufe an Händler und geleaste Fahrzeuge ist der Vertrag nicht gedacht.
Mehr im Ratgeber
- Verkauf meldenWas in der Mitteilung stehen muss und was mit der Versicherung geschieht.
- Unfallschaden angebenWas die drei Auswahlmöglichkeiten bedeuten und wie man Schäden beschreibt.